Nachbericht von Oliver Tabino bei marktforschung.de
veröffentlicht am 12.06.2026 // kh
Von LLM-gestützter Persönlichkeitsmessung bis zu Szenarien für die Marktforschung 2030: Die 12. Research Plus Mannheim – diesmal im Rahmen der Woche der Marktforschung – diskutierte KI aus vielen Blickwinkeln. Oliver Tabino von der Q Agentur war als Organisator und Moderator vor Ort und beschreibt den Abend.

Sandra Mingham und Oliver Tabino moderieren den Abend in Mannheim (Bild: Research Plus/ DGOF)
Die diesjährige Research Plus Mannheim hat einmal mehr gezeigt, warum sich die Veranstaltung als wichtiger Treffpunkt für Markt- und Sozialforschende etabliert hat. Gemeinsam mit der DGOF kamen Forschende, Insights-Expertinnen und -Experten, sowie Entscheiderinnen und Entscheider zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, neue Perspektiven kennenzulernen und den persönlichen Austausch zu pflegen.
Immer wieder bemerkenswert ist die offene und inspirierende Atmosphäre. Die Research Plus fand traditionell im Taproom Jungbusch statt und war wieder einmal geprägt von zahlreichen Gesprächen, neuen Kontakten und einem regen fachlichen Austausch weit über die Vorträge hinaus. Genau diese Mischung aus Expertise, Netzwerk und Diskussionsfreude macht den besonderen Charakter der Research Plus aus.
KI als zentrales Thema der Veranstaltung
Inhaltlich stand vor allem das Thema Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Dabei wurde KI aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet: von aktuellen Entwicklungen in der Jugendforschung und der Nutzung von KI im Alltag junger Menschen über die Möglichkeiten KI-gestützter Zielgruppen- und Datenanalysen bis hin zu den Potenzialen synthetischer Daten und LLM-basierter Umfragesimulationen und dem Bedürfnis, LLM-Benchmarks zu entwickeln.
Finn Rübo & Lukas Stein von Datapods brachten den KI-Stein ins Rollen: „Big-Five-Persönlichkeit aus digitalen Verhaltensspuren – LLM-gestützte Merkmalsgenerierung“ lautete der Titel ihres Vortrags. Jana Jung (PhD Candidate and Research Assistant an der Uni Mannheim) zeigte uns ihre Benchmark-Vision: „PopulationBench – Systematische Evaluation von LLM-basierten Umfragesimulationen“. Sicherlich ein extrem wichtiges Thema für die Orientierung und Qualitätssicherung beim Einsatz von LLMs. Den Abschluss machte Tim Gensheimer vom Sinus-Institut. Er zeigte auf Basis mehrerer Studien, was Jugendliche gerade bei Digital- und KI-Themen bewegt: „Always online – always at risk? TikTok, Cybermobbing und KI im Alltag Jugendlicher“. Nicht nur für anwesende Eltern ein interessanter Einblick.
Die Vorträge lieferten spannende Impulse und zeigten eindrucksvoll, wie tiefgreifend KI die Marktforschung und Sozialforschung bereits heute verändert.

Zukunftsszenarien für die Marktforschung 2030
Am Ende der ResearchPlus richteten Sandra Mingham und Oliver Tabino (die Organisatoren und Moderatoren) den Blick nach vorne. Sie stellten anhand von vier Postern mögliche Zukunftsbilder für die Marktforschung im Jahr 2030 vor: „The Augmented Analyst“, in dem KI zum intelligenten Co-Piloten wird, „The Research Renaissance“ mit einer Renaissance methodischer Exzellenz, „The Silent Erosion“ als schleichender Bedeutungsverlust von Forschung sowie „The Synthetic Takeover“, in dem synthetische Daten weite Teile klassischer Forschung ersetzen. Diese Szenarien sorgten für einige Diskussionen und machten deutlich, dass die Zukunft der Branche nicht feststeht, sondern aktiv gestaltet werden kann.
Eine rundum gelungene Veranstaltung mit starken Inhalten, inspirierenden Impulsen, vielen wertvollen Gesprächen und toller Unterstützung durch unsere Sponsoren (succeet und Woche der Marktforschung, horizoom, norstat, Q Agentur für Forschung, Spiegel Institut, talk und xelper).
Wir freuen uns schon auf die nächste Research Plus in Mannheim.
